Chor viril Surses

25 März 2020

Chorprojekt RIEISCHS
Savognin – Chur – Bern
März 2022

„Rieischs“ (dt. Wurzeln) so der Name des nächsten ambitionierten Chorprojektes des Chor viril Surses mit Aufführungen in Savognin, Chur und Bern im März 2022. Im Zentrum das Hauptwerk „Rieischs Surmiranas“, eine rund 40-minütige Neukomposition für Orchester, Männerchor und Bass-Bariton unter der musikalischen Leitung von Rainer Held.


12. März 2022 Uraufführung in Savognin      18. März 2022 Premiere in Chur

               20. März 2022 Ausserkantonale Premiere in Bern


In den vergangenen 4 Jahrzehnten hat der Chor viril Surses in einer gewissen Regelmässigkeit (alle 7 bis 8 Jahre) grössere und anspruchsvollere Werke aufgeführt. Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt folgendes Bild:

1984   Kantate “Benedikt Fontana” von Duri Sialm
1992   Oratorium“Zeit und Ewigkeit“ von Xaver Schnyder von Wartensee
1999   Kantate “Musik zur Calvenfeier” von Otto Barblan
2007   Kantaten  “Igl mond digl paster pitschen” von Gion Antoni Derungs und “Mosaic Sursetter” von Gion Giusep Derungs
2013   Requiem von Franz Liszt

Während des Gesangsjahres 2017/18 haben sich die musikalische Leitung und der Vorstand des Chor viril Surses erste Gedanken über ein grösseres und anspruchvolleres Werk gemacht. Man kam zum Schluss, das Jahr 2021 ins Visier zu nehmen (wegen Corona auf 2022 verschoben) und Orchesterwerke aufzuführen, dies, weil der Chor aktuell über das Privileg verfügt, nicht nur von einem Chorexperten dirigiert zu werden, sondern auch über einen ausgewiesenen Orchesterdirigenten zu verfügen.

Die (musikalische) Idee

Die Absicht des Chor viril Surses ist, mit dem Konzertprogramm 2022 die Herkunft, das Archaische, der Blick in die Gegenwart und in die Zukunft der Heimat „Surmeir“¹ musikalisch umzusetzen. Ausgangspunkt sind dabei die Wurzeln, die jede und jeder in sich spürt und gleichsam das Wort individuell interpretiert. Entsprechend auch der Name des Projektes: „Rieischs“ (dt. Wurzeln) im weitesten Sinne des Wortes:

Wurzeln hat man – ob man will oder nicht ¦ On ne peut donner que deux choses à ses enfants: des racines et des ailes ¦ Der Mensch braucht Wurzeln ¦ Back to the roots ¦ Niemand darf seine Wurzeln vergessen ¦ Die Eindrücke der Kindheit wurzeln am tiefsten ¦ Sehnsucht nach den Wurzeln ¦ Entdecke die Wurzeln, die dich tragen ¦

Das Hauptwerk nennt sich „Rieischs Surmiranas“; eine rund 40-minütige Neukomposition von Philip Henzi für Orchester, Männerchor und Baritonsolo auf der Basis von sieben traditionellen romanischen Volksliedern (T. Dolf, J.G. Scheel, G.D. Simeon, E. Lombriser, E. Broechin und C. Mani) und drei neuen zeitgenössischen a cappella Kompositionen für Männerchor. Wobei die drei neuen Kompositionen allesamt aus der Feder von jungen Komponisten in den Dreissigern stammen; Mario Pacchioli (*1981), Nina Mayer (*1982) und Flavio Bundi (*1987). Die drei Werke wiederum basieren auf einer poetischen Trilogie namens „Rieischs an muvimaint“ (Wurzeln in Bewegung), welche die Gedichte „Tign e retign“ (Halten und zurückhalten), „Igl novrivo“ (Der Neuankömmling) sowie „An muvimaint“ (In Bewegung) in sich versammelt. Dieses literarische Werk stammt von der 25-jährigen Schriftstellerin Dominique Dosch (*1995). Dem Hauptwerk voraus gehen bekannte Werke aus dem europäischen Norden von Tüür, Grieg und Sibelius, welche den Männerchorstimmen aus Graubünden wie auf dem Leib geschnitten sind.

¹)“Surmeir“  ist die rätoromanische Bezeichnung für eine Region im Zentrum Graubündens. Zu ihr gehören das Oberhalbstein (Surses), das Albulatal und die Hochebene der Lenzerheide.

Das Hauptwerk „Rieischs Surmiranas“

Der inhaltliche Rahmen

Die Idee dieses Werkes besteht darin, bekannte, tief verwurzelte surmiranische Volkslieder für Chor und Orchester gemeinsam mit 3 zeitgenössischen Kompositionen neu für Männerchor und Orchester komponieren zu lassen. Eine kleine Gruppe von Sängern aus dem Chor selektionierten aus rund 20 historisch-traditionellen Liedern eine Auswahl von 7 Liedern. Es gab keine Kriterien, entscheidend war das subjektive textliche wie musikalische Empfinden. Dies der eine Rahmen.

Das Innovative

Zwischen diesen 7 Werken eingeflochten werden drei neue zeitgenössische a cappella Auftragskompositionen für Männerchor von Nina Meyer, Mario Pacchioli und Flavio Bundi mit neuzeitlichem Text der einheimischen Schriftstellerin Dominique Dosch gesetzt. Alt und neu verschmelzen sich so, wie ein ehrwürdiger alter Stall mit Wohnhaus sich dank moderner, zweckmässiger Architektur zu einem neuen Heim für künftige Generationen wird.

Entstanden ist ein Werk mit folgendem Inhalt: Die Heimat lobsingen – in die Fremde gehen – dort leben und Wurzeln schlagen oder mit grossem Heimweh und Sehnsucht nach Hause kommen – die Heimat wieder lobsingen.

  1. La patria                                     Gl’è bagn betg en sulet paeis / Kein schöner Land
  2. Tign e retign (NEU)                   in der Heimat leben
  3. Alla patria                                    Tras nossas valladas / Durch die Täler ziehen
  4. Igl novrivo (NEU)                       in der Fremde um Wurzeln schlagen
  5. Saleid a la patria                         Saleid mia patria / Gruss an die Heimat
  6. Desideri per la patria                   Am teira cunter tgesa me / Heimweh
  7. An muvimaint (NEU)                  in der Nähe meiner Heimat
  8. Igl return                                      Tge tschiel saragn tge bela tscheira / Heimkehr
  9. Return                                          La tgesa era tgoda / Zürück zu Hause
  10. Surses                                         Surses, sen nossa cart’angal en stretg / Hymne